Glossar
In der Welt der Steuern und Unternehmensführung begegnet man häufig Fachbegriffen, die auf den ersten Blick komplex oder unverständlich wirken. Unser Glossar bietet eine kompakte Übersicht und leicht verständliche Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen:
A
Unter Anlagenbuchhaltung versteht man die Verzeichnung der Güter, die dem Unternehmen dauerhaft dienen.
Das Arbeitsrecht ist der Teil der Zivilrechtsordnung, der alle Gesetze, Verordnungen und sonstige verbindliche Bestimmungen zur unselbständigen, abhängigen Erwerbstätigkeit umfasst. Das Arbeitsrecht setzt die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Ein Asset ist ein Besitz, der einen finanziellen Wert hat (Vermögenswert). Beispiele für Assets sind: Bargeld, Gebäude, Autos, Schmuck, Aktien. Dieser Besitzt kann helfen, Geld zu verdienen oder für die Zukunft vorzusorgen.
B
Unter Benchmarks versteht man, den Vergleich von Leistungen, Produkten und auch Prozessen. Zum Vergleichen wird ein bestimmter Vergleichsmaßstab verwendet.
Die Betriebsprüfung ist eine finanzamtliche Prüfung der Buchhaltung eines Betriebs.
Bilanzierung ist ein anderer Begriff für Kontoausgleich
Unter einer Budgetierung versteht man einen betriebswirtschaftlichen Planungsprozess.
C
Cointracking steht im Zusammenhang mit der Kryptowährung und dient dazu, das eigene Portfolio zu tracken, Handelsaktivitäten zu analysieren und diese in einem Steuerreport für das Finanzamt aufzubereiten.
Das Controlling ist ein wichtiger Bestandteil der innerbetrieblichen Kostenrechnung, bei dem es um Planung, Informationsbereitstellung, Analyse und Kontrolle sowie Steuerung geht.
D
Debitor ist ein Kunde, der eine Leistung erhalten hat und nun Geld schuldet. Dieser hat diese Leistung noch nicht bezahlt und wird somit als Debitor (Schuldner) bezeichnet.
E
Unter Eigenkapital versteht man die Einlagen, die der Inhaber selbstständig aufgebracht hat. Dieses zählt auch als Kapital für die Finanzierung.
EU-OSS steht für One-Stop-Shop der Europäischen Union. Es ist ein elektronisches Portal, über das Unternehmen die in der EU anfallende Umsatzsteuer für bestimmte Umsätze erklären und bezahlen können.
Expats sind Personen, die ohne Einbürgerung in einem ihnen fremden Land oder Kultur leben.
F
Das Firmenbuch ist ein öffentlich zugängliches Register, in dem bestimmte Informationen zu Unternehmen verzeichnet sind. Einige Unternehmen, wie etwa GmbHs, sind verpflichtet, sich dort eintragen zu lassen, während andere – wie Einzelunternehmen (e.U.) – dies freiwillig tun können. Die Einträge bieten zwar keine direkten Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens, liefern jedoch wichtige Informationen zu rechtlichen Aspekten, wie etwa den Besitzverhältnissen.
G
Der Gesellschaftsvertrag ist das Gründungsdokument einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder einer Personengesellschaft.
GmbH ist der Kurzbegriff für “Gesellschaft mit beschränkter Haftung”. Es ist eine Kapitalgesellschaft, die zugleich als Handelsgesellschaft im Sinn des Handelsgesetzbuchs (HGB) gilt.
Die GPLA Prüfung prüft alle Lohnabhängigen Abgaben. Diese findet nur alle 5 Jahre statt.
H
Das Firmenbuch wird vom sogenannten Handelsgericht verwaltet. In Wien gibt es hierfür ein eigenes Handelsgericht (HG), während in den Bundesländern die Landesgerichte (LG) diese Aufgabe übernehmen. Das zuständige Gericht sowie die dem Unternehmen zugewiesene Firmenbuchnummer (FN), die bei einer Eintragung vergeben wird, müssen auf dem Briefpapier sowie in sämtlichen Rechnungen und Schreiben des Unternehmens angegeben werden. Diese Nummer dient der eindeutigen Identifikation des Unternehmens.
I
Inflation bedeutet so viel wie der Verlust an Wert bzw. einem Preisanstieg.
Ein Interimsmanagement wird auch „Management auf Zeit“ genannt. Hier arbeiten selbstständig tätige Interim Manager für einen definierten Zeitraum i.d.R. in unternehmerischer Verantwortung in einem Unternehmen in einer Führungsposition der ersten und zweiten Ebene.
J
Für steuerliche Zwecke ist es in der Regel erforderlich, am Ende eines Kalenderjahres einen Jahresabschluss zu erstellen, entweder in Form einer Bilanz oder einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung. In diesem Abschluss wird der Gewinn oder Verlust des Jahres ermittelt, der als Basis für die Besteuerung des Einkommens dient. Unternehmen, die im Firmenbuch eingetragen sind, haben die Möglichkeit, ein abweichendes Wirtschaftsjahr zu wählen. Dieses darf jedoch keinesfalls länger als 12 Monate dauern.
K
Die Kapitalgesellschaft ist eine juristische Person des privaten Rechts. Somit tritt die Gesellschaft als Ganzes als Rechtspersönlichkeit auf und nicht die handelnde Person.
Ein Kreditor liefert Waren oder erbringt Dienstleistungen für andere Unternehmer. Der Kreditor nimmt den Status eines Gläubigers ein. Für seine Leistung hat er gegenüber dem Leistungsempfänger Anspruch auf Zahlung des vereinbarten Kaufpreises. Das Gegenstück zum Kreditor ist im Rechnungswesen der Debitor. Er wird als Schuldner einer Leistung bezeichnet.
Unter einer Kreditvergabe versteht man, wenn Kreditgeber Geld an Kreditnehmer verleihen.
Eine Kryptowährung ist ein digitales Zahlungsmittel, welches ausschließlich im Internet existiert. Es ist kein reguläres Zahlungsmittel, ist unabhängig von Zentralbanken oder Institutionen und läuft auf vielen Computern der ganzen Welt.
L
In der Lohnverrechnung werden Arbeitsverträge erstellt, Arbeitnehmer an- und abgemeldet, sowie auch Entgelte ausbezahlt und die monatlichen Lohn-und Gehaltsabrechnung erstellt.
Unter Letter of Intent versteht man, eine Absichtserklärung zwischen dem Verkäufer und dem Käufer. Im letter of Intent wird beschrieben was genau geplant werden soll. Es ist eine unverbindliche Erklärung zwischen den beiden Parteien.
Unter Legat versteht man bestimmte Gegenstände, die auch nur eine bestimmte Person bekommt.
M
Unter Mahnwesen oder Forderungsmanagement versteht der Experte ein professionelles Verfahren, mit dem Gläubiger ihr geliehenes Geld vom Schuldner zurückfordern. Es soll der Zahlungserinnerung Nachdruck verleihen, um den Kunden explizit an die ausstehende Geldsumme zu erinnern.
N
Trotz des Begriffs „Steuer“ ist die Negativsteuer für den Steuerpflichtigen von Vorteil. Sie führt nämlich dazu, dass ihm Einkommensteuer erstattet wird, obwohl er diese in Wirklichkeit gar nicht gezahlt hat. Dies kann entweder durch die Rückerstattung von Absetzbeträgen geschehen, die aufgrund niedriger Einkünfte normalerweise keine oder nur eine geringe Auswirkung hätten, oder durch die teilweise Rückzahlung von bereits gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung.
O
Die Offenlegungspflicht bezieht sich auf die Verpflichtung von Unternehmen, ihre Jahresabschlüsse und Finanzberichte öffentlich zugänglich zu machen, wenn bestimmte Größenkriterien (wie Umsatz oder Bilanzsumme) überschritten werden. Diese Regelung gilt besonders für Kapitalgesellschaften und soll Transparenz und Vertrauen schaffen
P
Im Steuerrecht bedeutet dies, dass bei einer Erhöhung der Bemessungsgrundlage (zum Beispiel durch eine Einkommenssteigerung bei natürlichen Personen) auch der Steuersatz, der auf das zusätzliche Einkommen angewendet wird, ansteigt. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme führt dies jedoch nicht zu einer Erhöhung des Steuersatzes auf das gesamte bisherige Einkommen – nur der Teil des Einkommens, der über eine bestimmte Grenze hinausgeht, unterliegt dem höheren Steuersatz. Was jedoch zutrifft, ist, dass sich der durchschnittliche Steuersatz (also die gesamte Steuerbelastung im Verhältnis zum Einkommen) insgesamt erhöht.
Q
Obwohl der Begriff Quellensteuer in der Regel im internationalen Steuerrecht von Bedeutung ist – wo er darüber entscheidet, welches Land das Recht hat, Steuern auf Einkünfte zu erheben – findet sich auch in Österreich eine solche Steuer, die von nahezu jedem Steuerpflichtigen gezahlt wird. Es handelt sich dabei um die Kapitalertragsteuer (KeSt), die zum Beispiel bei Zinsen auf ein Sparbuch oder Bankkonto von der Bank direkt einbehalten und an das Finanzamt abgeführt wird. Wie bei der internationalen Quellensteuer kann auch bei der inländischen KeSt unter bestimmten Bedingungen eine Anrechnung auf die jährliche Einkommensteuer erfolgen.
R
Reisespesen sind Kosten, die für eine Reise anfallen. Unter Reisekosten versteht man die Fahrtkosten, sowie auch die Verpflegung.
Das Relocation Service ist ein Dienstleistungsangebot, welches sich hauptsächlich an Personen richtet, die aus beruflichen oder privaten Gründen auf bestimmte oder unbestimmte Dauer ins Ausland umziehen. Relocation-Dienstleister unterstützen dabei sowohl die betroffenen Personen und ihre Familien, als auch deren Arbeitgeber im gesamten Prozess des Umzuges.
Eine Rendite ist der Ertrag einer Geldanlage innerhalb eines Jahres (angegeben in Prozent). Sie bezieht sich auf das eingesetzte Kapital. Die Höhe des Prozentsatzes zeigt an, wie viel Geld man mit einer Veranlagung verdient hat – das kann eine Aktie sein oder eine andere Kapitalanlage.
Unter Reporting beschreibt man das systematische Erstellen von Berichten auf Basis relevanter Unternehmensdaten und Informationen. Wichtigstes Ziel des Reporting ist die Unterstützung der Führungs- und Entscheidungsprozesse in den verschiedenen Unternehmensbereichen.
S
Die Sozialversicherung schützt die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vor Krankheiten, Unfällen, Arbeitslosigkeit, sowie auch in der Pension.
Der Steuerbescheid ist ein Bescheid des Finanzamts über die Höhe der zu entrichtenden Steuer.
T
Für betriebliche Reisen stehen sogenannte Diäten in Form von Tages- und Nächtigungsgeldern zur Verfügung. Bereits vor der eigentlichen Gründung eines Unternehmens angefallene Reisetätigkeiten können ebenfalls steuerlich geltend gemacht werden. Daher ist es wichtig, ab dem Zeitpunkt der Unternehmensgründungsabsicht jede Reise detailliert zu dokumentieren (z. B. Datum, Ort, Personen und Reisezweck) und nachvollziehbare Gründe für die Reise zu haben, wie etwa Betriebsbesichtigungen. Wenn berufliche Reisen ins Ausland unternommen werden, gelten hierfür erhöhte Sätze. Für Fahrten innerhalb Österreichs, die eine gewisse Entfernung vom Betriebsstandort haben und eine bestimmte Dauer überschreiten, kann ein Stundensatz angesetzt werden, jedoch nur für eine begrenzte Stundenanzahl pro Tag. Zusätzlich zum Tagesgeld können pauschale Nächtigungskosten geltend gemacht werden, wenn keine Hotelrechnungen vorliegen.
U
In der im Regelfall monatlich zu erstellenden Umsatzsteuervoranmeldung (UVA) werden der Umsatzsteuer die Vorsteuerbeträge gegenübergestellt.
V
Wenn betrieblichen Ausgaben die Einnahmen übersteigen, kann ein negatives Einkommen entstehen, vor allem wenn keine anderen Einkünfte vorhanden sind. In der Regel ist es nicht möglich, „weniger als keine Steuer“ zu zahlen – mit Ausnahme der Negativsteuer. Um jedoch den Verlust steuerlich zu nutzen, kann dieser als Verlustvortrag auf die kommenden Jahre übertragen und mit zukünftigen Einkünften verrechnet werden, was zu Steuerersparnissen führt.
W
In Österreich sind Werbungskosten alle Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Berufsausübung entstehen und steuerlich abgesetzt werden können. Dazu zählen z. B. Fahrtkosten, Arbeitsmittel oder Fortbildungskosten. Werbungskosten reduzieren das zu versteuernde Einkommen.
X
In Österreich erfolgt die elektronische Übermittlung von Steuererklärungen und -daten über die FinanzOnline-Plattform, die auch eine XML-Schnittstelle verwendet. Diese ermöglicht eine schnelle und fehlerfreie Übertragung von Steuerdaten, insbesondere für Unternehmen und Steuerberater.
Y
Yield bezeichnet die Rendite und ist ein Begriff, der das Verhältnis zwischen den Erträgen einer Investition und ihrem aktuellen Wert oder den Kosten beschreibt.
Z
Vom Zinseszinseffekt spricht man, wenn die Zinsen einer Geldanlage wieder reinvestiert und mitverzinst werden und sich das Geld dann so von selbst vermehrt. Das Kapital wächst somit durch die entstandenen Zinsen von selbst.